Prävention beginnt mit Erfahrung.
Ein gesunder, junger Hund bringt etwas mit, das wir später nicht zurückholen können.: die Möglichkeit, seinen Körper von Anfang an auf vielfältige Erfahrungen vorzubereiten..
Bewegung entsteht nicht nur in Muskeln und Gelenken. Das Nervensystem lernt mit jeder Erfahrung. Unterschiedliche Untergründe, Steigungen, Gefälle, Schräglagen, Wurzeln, Steine, Wasser, wechselnde Geschwindigkeiten und immer neue Bewegungsaufgaben liefern dem Körper Informationen. Er lernt zu reagieren, sich anzupassen und Lösungen zu finden.
Prävention bedeutet deshalb nicht Schonung. Sie bedeutet bewusste Belastung.
Gerade bei Hunden, die aufgrund ihres Körperbaus oder ihrer genetischen Voraussetzungen bestimmte Risiken mitbringen, möchte ich nicht erst beginnen, wenn Einschränkungen sicht- und spürbar werden. Solange ein Hund gesund ist, können wir seine Möglichkeiten nutzen: Kraft entwickeln, Koordination fördern, Bewegungsvielfalt schaffen und dem Nervensystem einen möglichst großen Erfahrungsschatz mitgeben.
Die Natur bietet dafür einen außergewöhnlich vielfältigen Bewegungsraum - oft ganz ohne zusätzliche Geräte. Entscheidend ist nicht, möglichst viel zu machen, sondern zu wissen, was dieser Hund gerade leisten kann. Belastung so zu wählen, dass Anpassung möglich wird. Und zu erkennen, wann eine Herausforderung sinnvoll war - und wann vielleicht zuviel.
Resilienz entsteht nicht durch Schonung. Sie entsteht durch Erfahrungen, an denen der Körper wachsen kann.